Digitale Hilfsmittel für die Schule

Digitale Hilfsmittel für die Schule

Digitale Hilfsmittel für die Schule: Hausunterricht in Zeiten von Corona

31 / 3 - 2020

Alle Schulen in Deutschland sind bis auf Weiteres geschlossen, Wohnzimmer werden zu Klassenräumen, Eltern zu Lehrern, und der Unterricht findet nur noch aus der Distanz statt: Corona zwingt das deutsche Bildungssystem, in Sachen Digitalisierung recht spontan einen großen Schritt nach vorne zu gehen. Das ist auch dringend nötig, den einer aktuellen ICILS-Studie zufolge verfügen lediglich 17 Prozent aller Schulen in Deutschland über eine digitale Schulplattform, und nur ein Viertel der Schulen sind mit einem stabilen WLAN-Netzwerk ausgestattet. Nach wie vor gilt also: Viele Schulen benötigen noch Nachhilfe in Sachen Digitalisierung.

Stichwort Homeschooling: Digitalisierung in der Coronakrise wichtiger denn je

Gerade jetzt zeigt sich der große Vorteil der Digitalisierung im Bildungsbereich deutlicher denn je. Schulen, die bereits gut ausgestattet sind, haben es mit digitalen Hilfsmitteln aktuell wesentlich leichter, den Fernunterricht auf die Beine zu stellen. An vielen anderen Einrichtungen findet die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern derzeit ausschließlich per E-Mail statt, was den Fernunterricht deutlich schwieriger gestaltet.

Im Jahr 2019 hat die Bundesregierung mit dem Digitalpakt ein 5-Milliarden-Paket verabschiedet, mit dem die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen in Deutschland vorangetrieben werden soll. Da es hierzulande etwa 40.000 Schulen gibt, könnte jede Schule 120.000 Euro für ihre Neuaustattung beanspruchen. Bis Januar 2020 wurden allerdings erst 20 Millionen Euro aus dem Digitalpakt abgerufen. Der Grund liegt offenbar in der Bürokratie: Um an die Gelder zu kommen, müssen Schulen Medienentwicklungspläne erstellen und zeigen, welche digitalen Hilfsmittel sie benötigen. Das bereitet ihnen aktuell noch Schwierigkeiten.

Nun ist Kreativität gefragt: Digitale Hilfsmittel plötzlich sehr beliebt

Während der aktuellen Schulschließungen müssen Lehrer und Schüler mit den vorhandenen, digitalen Hilfsmitteln das Beste aus der neuen Unterrichtssituation machen. Das erfordert Kreativität, denn schließlich soll der Unterricht auch noch Spaß bereiten. Deshalb stehen digitale Hilfsmittel, die den Unterrichtsstoff spielerisch vermitteln, aktuell hoch im Kurs. Denn diese bieten auch unabhängig davon, ob die Schule bereits gut ausgestattet ist oder nicht, schnelle Hilfe im pädagogischen Alltag. Wir zeigen hier einmal, welche Tools und Pattformen sich gerade in den letzten Wochen schnell etabliert haben.

Unsere Top 5 der digitalen Hilfsmittel:

  1. Padlet.com: Bei Padlet handelt es sich um eine Art digitale Tafel. Hier können Lehrer Lernvideos, Schaubilder oder andere Dokumente zu ihren Unterrichtsthemen bereitstellen, und die Schüler können gemeinsam daran arbeiten.
  2. Jitsi.org: Jitsi ist ein Open-Source-Video-Tool, das aktuell sehr gerne für Klassenchats verwendet wird, weil es kostenlos erhältlich ist.
  3. Bettermarks.com: Bettermarks stellt über 100 Mathebücher kostenlos online zur Verfügung und ermöglicht interaktives Lernen auf spielerische Weise.
  4. Ohrka.de: Für ein bisschen Abwechslung im Lernalltag nutzen Lehrer gern diese kostenlose Plattform für Kinderhörspiele. Hier können Schüler sich Geschichten anhören, deren Inhalt sie anschließend beispielsweise zusammenfassen sollen.
  5. Lehrermarktplatz.de: Lehrermarktplatz ist eine Austauschplattform für Lehrer, über die sie (digitale) Unterrichtsmaterialien finden und miteinander teilen können.

Umfassender Überblick über digitale Hilfsmittel für Schulen

IST Deutschland ist Mitglied im Bündnis für Bildung, einem gemeinnützigen Verein, dessen Ziel es ist, den digitalen Wandel beim Lehren und Lernen zu unterstützen. Das BfB hat eine neue Website geschaffen, die einen guten Gesamtüberblick über nützliche, digitale Hilfsmittel für die Schule bietet: www.schultransformation.de – hier finden Lehrkräfte und Schüler viele praktische Links, die das Lehren und Lernen auf Distanz erleichtern.